PALLIATIV CARE

Palliativmedizin und Palliativ Pflege verspricht bessere Lebensqualität

Die meisten Menschen wünschen sich, zuhause sterben zu können. Bislang sterben in Deutschland etwa 30% der Menschen in vertrauter häuslicher Umgebung; in Regionen, in denen die ambulante Versorgung bereits umfassend ausgebaut wurde, ist dies für bis zu 80% der Betroffenen möglich. Seit 2007 besteht für alle Versicherten ein Rechtsanspruch auf die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) in Deutschland, um die Situation flächendeckend zu verbessern.

Damit die häusliche Versorgung bis zuletzt für möglichst viele Menschen möglich wird und soweit wie möglich den Bedürfnissen und Wünschen der Betroffenen entspricht, müssen die allgemeine und spezialisierte ambulante Versorgung im Rahmen eines Gesamtkonzepts aufeinander abgestimmt und in engem Zusammenwirken der verschiedenen Beteiligten erbracht werden. Dazu bedarf es das regionale Versorgungsnetz des Palliativstützpunkt im Landkreis Diepholz e. V. und auch einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den verschiedenen Professionen des Gesundheitswesens, den ambulanten Hospizdiensten und ihren Ehrenamtlichen.

Unheilbar kranke Menschen benötigen eine ganz besondere Zuwendung. Oft belasten Angst und Schmerz sowie soziale und psychische Probleme diese Patienten.

Im Mittelpunkt steht immer der Mensch

Die Palliativmedizin konzentriert sich auf die bestmögliche medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Behandlung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen. Gemeinsames Ziel ist es, für weitgehende Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität zu sorgen - in welchem Umfeld auch immer. Auch Pflegeheime brauchen gesellschaftlichen Rückhalt, um alte Menschen bis zum Ende ihres Lebens angemessen betreuen und begleiten zu können, wie immer Betroffene dies wünschen.

Adäquate Hospiz- und Palliativversorgung für hochbetagte schwerstkranke, geistig und körperlich Behinderte und sterbende Menschen in Pflegeeinrichtungen. Sie alle haben ein Recht darauf „In Würde zu leben und zu sterben“.

Ziel ist, zukünftig sowohl Ausbau und Weiterentwicklung der allgemeinen Versorgung durch Hausärzte und Pflegedienste als auch der spezialisierten ambulanten Versorgung durch die neugebildeten spezialisierten Teams (sog. SAPV-Teams) in enger Zusammenarbeit mit der ambulanten Hospizarbeit fachlich zu unterstützen und Impulse zum weiteren Ausbau zu geben.


DEFINITION
Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) dient – in Ergänzung zur allgemeinen ambulanten Palliativversorgung – dem Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten so weit wie möglich zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung, in stationären Pflegeeinrichtungen bzw. stationären Hospizen zu ermöglichen. Nur ein Teil aller Sterbenden benötigt diese besondere Versorgungsform. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung richtet sich an Palliativpatienten und deren soziales Umfeld, wenn die Intensität oder Komplexität der aus dem Krankheitsverlauf resultierenden Probleme den Einsatz eines spezialisierten Palliativteams (Palliative Care Team) notwendig macht – vorübergehend oder dauerhaft. Sie erfolgt im Rahmen einer ausschließlich auf Palliativversorgung ausgerichteten Versorgungsstruktur. Diese beinhaltet insbesondere spezialisierte palliativärztliche und palliativpflegerische Beratung und/oder (Teil-)Versorgung, einschließlich der Koordination von notwendigen Versorgungsleistungen bis hin zu einem umfassenden, individuellen Unterstützungsmanagement. Multiprofessionalität, Erreichbarkeit an sieben Tagen in der Woche und Spezialistenstatus (durch Weiterbildung und Erfahrung) der primär in der Palliativversorgung tätigen einzelnen Leistungserbringer sind unverzichtbar. Das Team führt regelmäßige multiprofessionelle Teamsitzungen und Fallbesprechungen durch und arbeitet eng mit den Strukturen der Primärversorgung (z.B. niedergelassene Ärzte, Pflegedienste, Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen) sowie den Einrichtungen der Hospizbewegung zusammen. SAPV kann als alleinige Beratungsleistung, Koordinationsleistung, additiv unterstützende Teilversorgung oder vollständige Patientenversorgung verordnet werden. Leistungen nach SGB XI sind jedoch nicht Bestandteil der SAPV.
(Definition DGP und DHPV 15.01.2009)