WORKSHOPS

Die Workshops (I-IX) finden jeweils von 14.00-15.30 Uhr und von 16.00-17.30 Uhr statt (Ausnahme: Workshop X). Parallel läuft das Vortragsprogramm weiter.

I. Humor in der Sterbebegleitung
Christian Heeck
Krankheit und Humor – schließt sich das nicht gegenseitig aus?
Palliativmediziner sprechen von „aktiver Lebenshilfe“, wenn sie den Umgang mit schwer kranken, behinderten, gebrechlichen, dementen oder sterbenden Persönlichkeiten meinen. Beeinträchtigungen im körperlichen, geistigen oder psychischen Bereich bei den uns anvertrauten Menschen sind nicht nur eine Aufgabe für die sog. Profis: Pflegende, Ärzte, Seelsorger u.a. – gerade die ehrenamtliche Begleitung findet in der persönlichen Begegnung und Begleitung ihre Herausforderung. Welche Hilfe die eigenen Humorressourcen bieten, wie die Teilnehmer ihren eigenen Humor aktivieren oder wiederbeleben können, erarbeitet der erfahrene Referent mit den Teilnehmern in vielfältiger Weise, immer unterhaltsam und anschaulich. Die Teilnehmer erhalten Hinweise, die hilfreich sind, die eigenen Erfahrungs- und Handlungsmöglichkeiten zu erweitern. Der Referent bezieht sich dabei auf Ergebnisse und Erfahrungen aus den Forschungsarbeiten von Watzlawick, Antonowsky und Viktor Frankl. Unsere eigenen Einstellungen und Vorstellungen, die wir mit dem Thema Sterben und Tod verbinden, werden dabei behutsam angesprochen, denn hängt nicht davon ab, ob wir der letzten LEBENSphase von uns Menschen Sinn geben können?
Heeck ist seit vielen Jahren als Impulsgeber in Hospizinitiativen in der Bundesrepublik tätig. Er schlägt faszinierende Brücken zwischen Kunst, Kommunikation und Kreativität. Für sein Engagement als Kulturreferent am Uniklinikum Münster ist er mehrfach ausgezeichnet worden. Die Workshops machen Mut, in der Begleitung schwerkranker Menschen als auch im Umgang mit den Angehörigen Lebensimpulse zu geben.

II. Stationäre Hospizarbeit am Bsp. Hospiz Luise Hannover- was haben wir gelernt- was bleibt heute Auftrag
Kurt Bliefernicht
Impuls - Referat mit Erfahrungsbericht 24 Jahre Hospiz Luise
- Kurzvorstellung Hospiz Luise mit angebundenen ambulanten Diensten und Netzwerkpartnern
- wie LEBEN wir im Hospiz
- was können wir von Sterbenden lernen
- was wird unser Auftrag bleiben

III. Trauer, Tränen, Trost und Tango
Manfred Büsing
TANGO Argentino hat mit unseren hospizlichen Themen viel gemeinsam. In diesem Workshop begeben wir uns auf eine behutsame Entdeckungsreise. Wir lassen uns von Texten und der Musik berühren, wagen einige bewegt- bewegende Schritte. Wir finden Transferimpulse für uns selbst und unsere Arbeit. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich - es wird auch keine klassische Tanzstunde. Ich freue mich auf Sie - Darf ich bitten ... ?

IV. Umgang mit dem toten Körper
Cordula Caspari
Das Festtagskleid und den Schmuck anlegen um feierlich auf die letzte Reise zu gehen oder nackt im Stroh liegen, wie das Jesuskind in der Krippe. Was sich Menschen auf ihren letzten Weg wünschen ist vielfältig. Dieser Einzigartigkeit Ausdruck zu geben ist ein Akt unserer Menschlichkeit und Wertschätzung – und ein großes Geschenk.
Die Bestatterin Cordula Caspary erzählt aus ihrer Arbeit und gibt Raum für Ihre Fragen.

V. Brückengeländer in der Sterbebegleitung: Rituale einsetzen und weiterentwickeln
Dr. Tanja Brinkmann
Bei Übergängen werden Rituale relevant. Rituale haben häufig einen religiösen und spirituellen Hintergrund, müssen es aber nicht. Wesentlich ist, dass Rituale wie Brückengeländer sind, die unterstützen, das Alte zu verabschieden und sich dem Neuen zu öffnen. Viele in der Hospiz- und Palliativarbeit tätige Menschen haben die Stabilisierungs-, Orientierungs- und Haltgebungsfunktion von Ritualen erkannt und setzen sie bereits zahlreich und vielfältig ein.
Dieser Workshop zielt darauf durch die Referentin und die anderen Teilnehmer/innen, praktische und konkrete Impulse für den Einsatz und die Weiterentwicklung von Ritualen in der Sterbebegleitung zu bekommen und das Hintergrundwissen in Bezug auf Rituale auszubauen, die Vor- und Nachteile bzw. Einsatzmöglichkeit von verschiedenen Abschieds-, Trauer- und Todesritualen für Ihre Einrichtung bzw. Ihre Dienstes zu prüfen.

VI. Begleitung demenziell erkrankter Menschen
Prof. Dr. Ingrid Eyers
Im Workshop „Emotionale Schwerstarbeit: Habe ich die Kraft?“ wird auf die unsichtbare, oft unterschätzte und unterdrückte Seite der Demenzbetreuung eingegangen. In diesem Workshop wird einerseits auf die Formen dieser unsichtbaren Arbeit aufmerksam gemacht und anderseits überlegt und diskutiert, wie wir als Begleiter/innen sowohl professionell, als auch persönlich mit diese unterbewerteten Schwerstarbeit am besten zurechtkommen. Die letzte Phase des Lebens sollten Senioren Lebensqualität wahrnehmen & genießen können.

VII. Umgang mit psychisch erkrankten Menschen
Dr. Gerd- Christian Kampen
In dem Seminar werden die verschiedenen psychischen  Erkrankungen, die als Vorerkrankungen bei der palliativmedizinischen Versorgung zu berücksichtigen sind oder sich auch während der Behandlung entwickeln können, thematisiert.
Ursachen, Diagnosen, Symptome und Therapie sollen nach einer allgemeinen Einführung an einem Fallbeispiel besprochen werden.

VIII. Kommunikation in der Begleitung
Claudia Rolke & Dorothea Dolle-Gierse
Sich begegnen in „wunden Zeiten“ bedeutet eine ganz eigene Herausforderung in der Kommunikation. Die Worte, die Gefühle zwischen den Zeilen, der Blick der Augen, die Gestik und Mimik sind kostbare Momente, die achtsame Aufmerksamkeit erfordern. Vieles ist dabei in der Begleitung erlernbar, und mitten darin begegnet uns das geheimnisvolle Wunder des Menschseins.

IX. Transkulturelle Pflege
Gudrun Zimmermann
In diesem Workshop wird der Blick auf die kulturelle Vielfalt in der Hospiz- und Pallia-tivarbeit gerichtet. Welche kulturellen Hintergründe bringen Menschen mit Zuwande-rungsgeschichte mit? Welchen Einfluss hat die (Zu-)Wanderungsgeschichte auf die sensiblen Lebensphasen von Krankheit, Sterben, Tod und Trauer? Wie kann kultur-sensible Begleitung in der Hospizarbeit gelingen? Anhand dieser Fragen und mit praktischen Übungen und Filmausschnitten wird das Thema gemeinsam beleuchtet.

EXTRA – von 14.00-18.00 Uhr (inkl. Pause)
X. Letzte Hilfe Kurs
Doris Freundt – Binnewies & Sylke Gück
Die Idee der „Letzten Hilfe Kurse“ wurde von dem Palliativmediziner und Notarzt Dr. Georg Bollig entwickelt.
Im Kurs wird Basiswissen zu Fragen am Lebensende vermittelt.
Die TeilmehmerInnen werden informiert und angeregt, sich mit dem Thema Tod und Sterben auseinanderzusetzen. Sie werden ermutigt Sterbenden beisteht. Wie auch bei der Ersten Hilfe, soll die letzte Hilfe Kenntnisse, Fähigkeiten und Sicherheit vermitteln, um in einer emotional schwierigen Zeit gut vorbereitet zu sein und um Mitmenschen zur Seite zu stehen.

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